20.000 Euro zur Rettung der Schoch-Wandbilder

Artikel in der Feuerbacher Woche 20. 08. 2014

Gemeinnütziger Verein sammelt Spenden zum Erhalt historischer Ansichten von Feuerbach

Die beiden veröffentlichten Schwarz-Weiss-Bilder
Linkes Foto (von Links): Elke Thieme, Roland Saur und Herwig Janicek setzen sich im Verein zur Rettung der Wandbilder im Schoch-Areal für die vom Abriss bedrohten Malereien ein.
Rechtes Foto: Die historische Aufnahme zeigt das große Wandbild in der Kantine.
Fotos: Ruppert/Privat

In Feuerbach hat sich Anfang des Jahres ein Verein zur Rettung der Wandbilder in der Kantine der ehemaligen Chromfabrik „Gebrüder Schoch“ gegründet. Die Vorläufer-Initiative besteht schon länger. Angesichts des für das kommende Jahr geplanten Abrisses der Fabrik sammelt der Verein Geld für den Erhalt der Bilder – rund 20 000 Euro werden für die fachmännische Entfernung benötigt.

Angefangen hat alles 2006, als ich bei einem Besuch die Wandgemälde in der Kantine von Schoch entdeckte“, erklärt Elke Thieme vom gemeinnützigen Verein zur Rettung der Wandbilder im Schoch-Areal. Thieme fielen die vier Wandmalereien – zwei historische Ansichten von Feuerbach und zwei Sinnsprüche – sofort auf. Sie waren 1949 von Hans Bechstein an drei Wände der Firmenkantine gemalt worden.

Das größte Gemälde mit 5.59 auf 1,59 Metern heißt „Weinbaugemeinde“. Es zeigt Feuerbach als Siedlung, die geprägt war von Weinanbau sowie Ackerbau und Viehzucht. Bechsteins Gemälde gilt nicht als historisch exakt, vermittelt aber einen Eindruck wie es in Feuerbach vor der Industrialisierung ausgesehen haben könnte.

Das kleinere Bild (1.59) auf 1,59 Meter) heißt „Die Wette“. Es stellt den früheren Löschteich „Wette“ von Feuerbach dar. Die „Wette“ diente auch als Pferdeschwemme zum Tränken des Viehs. Sie befand sich an der Ecke Mühl-/Bachstraße – heute Mühl-/Dieterlestaße. Daneben gibt es auch zwei Sinnsprüche in den Größen 3.26 auf 0,52 sowie 0,99 auf 1,27 Meter.

Nachdem vor einigen Jahren klar war, dass das Gebäude mit der Kantine im Rahmen der Neugestaltung des Schoch-Areals abgerissen wird, setzte sich Thieme zunächst in einer Initiative für den Erhalt der Wandmalereien ein. „Wir hätten gerne auch die Gebäude erhalten, aber jetzt wollen wir wenigstens die Gemälde vor der Zerstörung retten“, so Thieme.

„Die Stadt als Eigentümer interessieren die Gemälde nicht“, sagt Herwig Janicek, der auch im Vereinsvorstand mitarbeitet. Schon 2011 wurde nämlich bestätigt, dass es sich bei den Malereien nicht um Kulturdenkmale handelt. Indes hat Professor Roland Lenz von der Staatlichen Akademie der bildenden Künste die Abnehmbarkeit der Wandgemälde bestätigt.

Ziel des Vereins ist es daher genug Spenden zu sammeln, um die aufwendigen Arbeiten zur Abnahme der Bilder in dem Fabrikgebäude voranzutreiben. „Der Abriss des Gebäudes ist für das zweite Quartal 2015 geplant und wir hoffen bis Ende diesen Jahres genug Geld für die Rettung der Gemälde zusammenbekommen zu haben“, so Roland Saur vom Vorstand des Vereins. Für alle vier Wandmalereien benötigt der Verein insgesamt rund 20 000 Euro.

Um das Geld zusammenzubekommen, hat sich der Vereinsvorstand schon einiges einfallen lassen, so war man etwa mit einem Stand beim Höflesmarkt vertreten. „Die Leute beim Höflesmarkt waren sehr interessiert“, fasst Saur die Erfahrung zusammen. Auch Flyer wurden gedruckt, zudem gibt es Buttons und Schokotaler mit dem Konterfei des Vereins.

Pläne für die Zukunft der Gemälde gibt es auch schon. So haben sich die Verantwortlichen des Kreativzentrums IW8 in Feuerbach bereit erklärt die Wandmalereien zunächst bei sich im Eingangsbereich unterzubringen.

Fernziel bleibt aber eine Ausstellung in der Nähe des Schoch-Areals. Daher hat der Vereinsvorstand auch schon Kontakt zu Rolf Zielfleisch vom Verein Schutzbauten Stuttgart aufgenommen. Beide Parteien sähen in einem künftigen „Denkort“, wie er Zielfleisch bei den Bunkeranlagen am Feuerbacher Bahnhof vorschwebt, eine gute Möglichkeit zur Ausstellung der Malereien.

Wer den Verein unterstützen will, kann sich per E-Mail an info@wandbilder-schoch.de oder telefonisch unter der Nummer (0711) 3 58 92 02 an die Verantwortlichen wenden.
Spenden sind möglich an das Konto 4 046 792 bei der BW-Bank (BLZ 600 501 01).

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