{"id":285,"date":"2011-08-16T09:14:28","date_gmt":"2011-08-16T07:14:28","guid":{"rendered":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/?p=285"},"modified":"2019-12-09T09:18:20","modified_gmt":"2019-12-09T08:18:20","slug":"nachkriegskunst-ist-vom-abriss-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/2011\/08\/16\/nachkriegskunst-ist-vom-abriss-bedroht\/","title":{"rendered":"Nachkriegskunst ist vom Abriss bedroht"},"content":{"rendered":"<p>\u201eNord-Rundschau\u201c, 16.08.2011 02:45 Uhr Feuerbach<br \/>\nVon Georg Friedel<\/p>\n<h3>Eine Initiative setzt sich f\u00fcr den Erhalt der Wandbilder in der einstigen Kantine der Firma Schoch ein.<\/h3>\n<p>\u00dcber der einstigen Essensausgabe im ersten Obergeschoss des Schoch-Verwaltungsgeb\u00e4udes steht in verschn\u00f6rkelten Buchstaben und altmodischer Schrift der Spruch: \u201e<strong>O Friede, was bist du so ein edler Schatz, und hast bei den Menschen so wenig Platz<\/strong>\u201c. Es klingt wie ein Verm\u00e4chtnis. In Zeiten, als f\u00fcr diese pazifistische Gesinnung so gar kein Platz war, traf es n\u00e4mlich auch den Hartchromveredelungsbetrieb der Gebr\u00fcder Schoch hart. Vermutlich im Februar 1944 wurden bei einem Luftangriff in Feuerbach die Geb\u00e4ude der Firma Schoch in Schutt und Asche gelegt. Auf einem Schwarzwei\u00df-Foto aus dem Privat-Archiv von Walter Rieker ist das verheerende Ausma\u00df der Zerst\u00f6rungen sichtbar. Die Firmengeb\u00e4ude sind ausgebrannt oder liegen in Tr\u00fcmmern, lediglich der Schornstein ragt unversehrt in die H\u00f6he.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Br\u00fcder Emil und Georg Schoch hatten die Firma 1925 als so genannte Galvanisieranstalt gegr\u00fcndet. Schoch war einmal eines der f\u00fchrenden Metallveredelungswerke in Deutschland. Sehr bekannt war die Marke \u201eEloxal\u201c f\u00fcr beschichtete Aluminiumteile. Nach dem Krieg wurde das zerst\u00f6rte Werk neu aufgebaut. M\u00f6glicherweise ist der anfangs zitierte Reim in der Kantine die Quintessenz dessen, was die f\u00fcr den Wiederaufbau Verantwortlichen der nachfolgenden Generation ins Stammbuch schreiben wollten.<\/p>\n<p>Neben dem Spruch befinden sich in der Kantine auch zwei gr\u00f6\u00dfere Wandbilder, die der K\u00fcnstler Hans Bechstein im Mai 1949 geschaffen hat. Das eine ist 5,60 Meter breit und 1,50 Meter hoch und zeigt die einstige Weinbaugemeinde Feuerbach. Im Vordergrund sieht man etwa in H\u00f6he des heutigen Burghaldenwegs eine Pferdekutsche durchs Bild fahren. Auf dem Kutschbock sitzt ein Mann, der einen Postillon-Hut tr\u00e4gt. Ihm zu F\u00fc\u00dfen liegt das historische Feuerbach mit der alten Stadtkirche und dem Lemberg im Hintergrund. Auf dem zweiten Bild ist die so genannte \u201eFeuerbacher Wette\u201c abgebildet. Sie diente einst als Viehtr\u00e4nke, Feuerl\u00f6schteich, Bad f\u00fcr Kinder und Quartier f\u00fcr Enten und G\u00e4nse. Beide Wandbilder zeigen eine d\u00f6rfliche Idylle und vermitteln den Eindruck einer vergangenen romantischen Epoche. Somit stehen sie in einem eigenartigen Kontrast zu dem, was den industriellen Alltag der Arbeiter in der einstigen Galvanisieranstalt bestimmte.<\/p>\n<p>Vor einigen Wochen traf sich eine Gruppe Interessierter auf dem Gel\u00e4nde des stillgelegten Betriebs, um die Kunstwerke zu begutachten. Elke Thieme von der Initiative zur Rettung der Wandbilder im Schoch-Areal hatte zu dem Vorort-Termin auch Roland Lenz eingeladen. Er ist Diplomrestaurator und Professor an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste. Lenz leitet dort den Studiengang Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei. Bei diesen speziellen Werken auf dem Schoch-Areal handle es um Secco-Malereien, die auf den trockenen Untergrund aufgebracht worden seien. Sie abzutragen und anderswo wieder aufzubauen, sei ein aufwendiger Prozess, sagte Lenz. Er schlug bei dem Treffen vor, eine studentische Gruppe k\u00f6nne den Aufbau der Wandbilder und Schriften im Rahmen eines Semesterprojektes untersuchen und dokumentieren. \u201eDiese historischen Ansichten m\u00fcssen erhalten werden\u201c, forderte der Feuerbacher Autor Heinz Kr\u00e4mer. Er erinnerte sich an den schmerzlichen Verlust des \u00f6rtlichen Heimatmuseums, das einst Richard Kallee, Feuerbacher Pfarrer und Heimatforscher (1854-1933) gr\u00fcndete. \u201eDas einstige Museum ist von der Stadt w\u00fcst verschlampert worden, die alamannischen Gr\u00e4ber sind vom Winde verweht\u201c, kritisierte Kr\u00e4mer den laxen Umgang mit Fundst\u00fccken der heimatlichen Historie. Schon lange gebe es au\u00dferdem die Idee, ein Industriemuseum in Feuerbach einzurichten, betonte ein Mitglied der Initiative. \u00dcber den Maler Hans Bechstein und die Entstehungsgeschichte der Bilder sei bisher nichts bekannt, sagte Elke Thieme. Wer etwas dar\u00fcber wei\u00df, kann sich unter Telefon 0711 \/ 817 77 51 melden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNord-Rundschau\u201c, 16.08.2011 02:45 Uhr Feuerbach Von Georg Friedel Eine Initiative setzt sich f\u00fcr den Erhalt der Wandbilder in der einstigen Kantine der Firma Schoch ein. \u00dcber der einstigen Essensausgabe im ersten Obergeschoss des Schoch-Verwaltungsgeb\u00e4udes steht in verschn\u00f6rkelten Buchstaben und altmodischer Schrift der Spruch: \u201eO Friede, was bist du so ein edler Schatz, und hast bei &hellip; <a href=\"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/2011\/08\/16\/nachkriegskunst-ist-vom-abriss-bedroht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eNachkriegskunst ist vom Abriss bedroht\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/285"}],"collection":[{"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=285"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/285\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":286,"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/285\/revisions\/286"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/wandbilder-schoch.de\/schoch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}